Brückentour Travemünde - Trelleborg - Malmö - Øresundbrücke - Kopenhagen - Storebæltbrücke - Dänemark - Eutin by Wolfgang Gehm © HOME Trelleborg Malmö/Kopenhagen Rorvig Halsskov Kolding Missunde Eutin
Montag, 3. August 2015
Eutin - Travemünde - Fähre nach Trelleborg
Strecke:   45 Km Ø  = 15,67 Km/h
Endlich los ...
... die Brückentour, schon für das Jahr 2014 geplant, heute geht es endlich los!
06:28 Uhr noch einmal meinem Engelchen winken und los. Direkter Weg nach Travemünde, also fahre ich zunächst an der B 76 bis nach SÜSEL, weiter nach HAFFKRUG an die Ostsee und dann über SCHARBEUTZ, TDF. Strand, Niendorf wieder an die B 76 nach Travemünde und dann bis zum Skandinavienkai. Unterwegs hatte ich noch mit entgegenkommenden Kollegen, die die zum Dienst müssen, gerechnet, aber ich habe niemanden erkannt. In SÜSEL begrüsse ich im Vorbeifahren Matse, der die Garage aufschloß. Als ich kurz vor TRAVEMÜNDE etwas trinken will, fällt mir auf, was ich vergessen habe: Meine Selter steht noch zu Hause auf dem Küchentisch. Also habe ich schnell am Ortseingang bei LIDL “nachgetankt”. Da ich schon eine Karte habe, stelle ich mich in aller Ruhe in der Spur der PKW an. Zugewiesen wird mir dann Spur 6, Deck 1 und dann ganz nach vorn. Neben mir machen 3 Kradfahrer ihr Bikes fest, sie werden mit Gurten in den Halterungen am Boden verzurrt. Alle Maschionen etwas älter, 1 Harley und 2 Moto Guzzi. Ich stelle meinen “Jack” daneben an eine Außenwand und sichere ihn ebenfalls mit Gurten. Alle Sachen, natürlich bis auf meine Lenkertasche mit allen Wertsachen, bleiben am Fahrrad. Erst habe ich einen sehr schönen Platz auf Deck, ein bequemer Plastikstuhl so zurecht gerückt, dass ich meinen Kopf an einen Rettungsring anlehnen konnte. Herrlich! Als die Fähre dann die Trave verlässt, wird es jedoch sehr windig. Es zieht von allen Seiten, so dass ich meinen Superplatz aufgebe. In der Panorama-Bar habe ich gleich wieder Glück: Einige junge Leute machen gerade die besten Plätze an der Aussichtsscheibe vorn links frei. Wieder ein Superplatz, auch hier kann ich meinen Kopf anlehnen. So, und nun? Mein Netbook war gut verpackt am Rad, ein Buch oder etwas anderes zur Unterhaltung habe ich nicht mit. Mit dem Handy ins Internet will ich nach meinen Erfahrungen auf der “Queen Elisabeth” nicht, dort hatte ich für wenige Minuten Internet 14 € bezahlen müssen. Also beobachte ich andere Fahrgäste. Zuerst nehmen rechts von mir 2 junge Männer Platz, so um die 18 Jahre alt. Anscheinend sind sie zu Fuß unterwegs, jeder trug 2 Rucksäcke. Sie sprechen lange über das Essen hier an Bord, sie scheinen nicht viel Geld zu haben. Schließlich holen sie sich je 2 “Wiener im Brötchen”, um sich danach noch lange Zeit über den Preis von jeweils 4,70 € zu ärgern. Da ist da noch ein älteres skandinavisches Pärchen, während der eine schläft, liest der andere und umgekehrt. Sind beide wach, wird gegessen oder genascht. Erst von der Theke in dieser Bar, dann geht man abwechselnd zum Bordkiosk und kommt mit Schokolade, Keksen usw. zurück, was sofort verputzt wird. Dann nehmen 5 Jugendliche am Nebentisch Platz, 4 Jungen und ein Mädchen. Alle irgendwie schwarz gekleidet, vom Sakko bis zum Trainingsanzug, aber schwarz. Einer versucht den anderen DOKU beizubringen. Er erklärt und dann soll nach seinen Erklärungen gespielt werden. Dabei kommen irre Sprüche und Formulierungen zu stande, es handelt sich wohl und angehende Abiturienten oder so. Viele Sprüche werden aber bewusst zweideutig gehalten. Als das Mädchen einmal zu dem Sakkoträger sagte:” Dein Stich!”, kam prompt zur Antwort:”Ich wollte bei dir schon immer einmal zum Stich kommen”. HaHaHa. Manchmal irrt der erste Eindruck. Die beiden Würtchenesser kommen zurück und schauen auf einem handygroßen Gerät ein Video, So ein Gerät ist bestimmt nicht günstig. Als ich zu meinem Jack zurückkam liegen hinter den Krädern ca. 10 Fahrräder am Boden. Ein Kradfahrer erklärt, dass sie nach den Anweisungen des Personals dort abgelegt werden mussten, aus Sicherheitsgründen. Jack jedenfalls steht noch brav in seiner Ecke. Fertiggemacht und in Startbereitschaft gestellt. Da kommt aus der Radfahrergruppe ein junges Mädchen auf mich zu. “Sind sie aus Eutin?”, fragt sie. Ich bestätige und schaue sie fragend an. “Mein Bruder hat das an ihrem Abzeichen erkannt, wir haben alle so ein Abzeichen auf unseren Rädern!” erklärt sie. Es handelt sich um den Aufkleber der Fahrradinitiative, einen solchen habe ich auf meiner Warnweste kleben. So aufgepasst und nicht wieder hinter den Fahrzeugen her auf die Autobahn. Diesmal fahren aber auch genug Radfahrer vor mir uns so finde ich den Radweg, biege dann gleich nach Osten ab, um auf dem ca. 5 Km entfernten Campingplatz zu übernachten. Campingplatz “Dalabadets Camping”, ein Platz in einem Tannenwald, Kosten 180 SEK, ca. 19 €. Ein Wohnmobilfahrer beobachtet meinen Zeltaufbau und wir kommen ins Gespräch. Er bewundert mein Fahrrad und meine Art, das gesamte Gepäck zu verstauen. Ich sehe mich noch kurz um, duschen und ab ins Zelt, ca. 05:30 Uhr will ich aufstehen.